Die englische Flagge
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DIE GESCHICHTE DER PERSONENSCHIFFAHRT IN UNGARN
MFTR (1895) - MAHART (1955) - MAHART PassNave (1994)


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Seit 1883 und danach mit der Ernennung von Gábor Baross zum Verkehrsminister von Ungarn im Jahr 1886, wurde ein neues Kapitel in der Verkehrspolitik in Ungarn eröffnet, welches neben der Förderung des Eisenbahnverkehrs auch für die Seefahrt positive Änderungen mit sich brachte. Die Modernisierung des Seehafens in Fiume wurde begonnen. Im Jahr 1886 wurde die Regulierung der oberen Donau und des Eisentors erneut gestartet. Gábor Baross hat 1890 die Schifffahrtsgesellschaft der Ungarischen Eisenbahngesellschaft gegründet, um die „Schienen der Ungarischen Eisenbahngesellschaft auf dem Wasser ” für die Befriedigung der Transportbedürfnisse des Landes wenigstens zum Teil zu verbessern.
Die Schifffahrt hat in dem Jahr mit 12 Dampfschiffen 166 tausend Passagiere, 1.200 Waggons mit Schweinen und annähernd 2 Millionen Doppelzentner Waren befördert.

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Ungarische Binnen- und Seefahrt Aktiengesellschaft (MFTR)

Nach langwierigen Verhandlungen und Vorbereitungen wurde der Gesetzesartikel Nummer XXXVI. des Jahres 1894 über die Gründung der Ungarischen Binnen- und Seeschifffahrt Aktiengesellschaft und deren staatliche Förderung verabschiedet. Gemäß dem Gesetz zu der Festlegung des Verhältnisses der neuen Schifffahrtsgesellschaft und des Staates sowie der aus der ungarischen Beteiligung in der Gesellschaft sich ergebenden Verpflichtungen konnte am 24. Januar 1895 die Hauptversammlung zu Gründung der Ungarischen Binnen- und Seeschifffahrt Aktiengesellschaft (MFTR) stattfinden. Die Gesellschaft wurde mit einem Stammkapital von 10 Millionen Forint (eine Hälfte in Aktien und die andere Hälfte in Vorzugsanleihepapieren) durch die Ungarische Allgemeine Kreditbank und der Ungarischen Wechselbank finanziert. Für die Gesellschaft wurde mit dem, für eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossenen Staatsvertrag, eine jährliche staatliche Förderung von 400.000 Forint zugesichert.
Die MFTR hat die Schiffe der Ungarischen Eisenbahngesellschaft übernommen, danach erwarb sie Schritt für Schritt die Fahrzeuge, Schiffe der kleineren Unternehmen – wie zum Beispiel der in dem Jahr 1865 gegründeten Dampfschifffahrtsgesellschaft von Gyõr – und sie hat im Eiltempo neue Schiffe in erster Linie in Újpest gebaut. Die Gesellschaft hat ihre Schifffahrtslinien nacheinander gestartet, sie hat ihre Tätigkeit sehr schnell auf die gesamte Donau und auf die beschiffbaren Flüsse ausgeweitet und damit eine ernsthafte Konkurrenz für die DDSG dargestellt.
Die Schiffe der MFTR haben zwischen 1895 und 1917 jährlich durchschnittlich 595 tausend Passagiere und 557 tausend Tonnen Güter transportiert. Die Gesellschaft verfügte 1918 über 38 Passagierschiffe und 54 Dampfschiffe zum Gütertransport sowie über 389 Kähne und zwei Tanker. Die kontinuierliche Entwicklung wurde nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges verlangsamt und nach der Niederlage gebrochen. Die Bedingungen der den Krieg abschließenden Friedensverträge haben die Schifffahrtsgesellschaften der Verliererstaaten schwer getroffen, so auch die MFTR. Als Wiedergutmachung wurden gerade die neuesten und besten Einheiten weggenommen, welche – mit der Erschwerung der Wettbewerbslage – in das Eigentum der Konkurenzfirmen der Nachfolgestaaten übergegangen sind.

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Nach dem Donau-Abkommen vom 23. Juni 1921 wurden die Schiffe unter fremden Flaggen von den Flüssen Save, Temesch und von den südlichen Kanälen verbannt. Nur einzelne Abschnitte der Nebenflüsse der Donau wurden zu internationalen Verkehrsrouten erklärt, auf den verbleibenden Gewässern war die Teilnahme in der Binnenschifffahrt nur mit der Zustimmung des betroffenen Staates möglich. Die sieben Staatsgrenzen, welche die Donau aufteilen, die abweisende Wirtschaftspolitik der Nachfolgestaaten der Monarchie, der langfristige Rückgang der Nachfrage in Bezug auf die landwirtschaftlichen Produkte haben den Umsatz und die Bedingungen der Binnenschifffahrt in Westeuropa stark beeinträchtigt. In Bezug auf den Binnenverkehr hat sich die Lage auch erheblich verschlechtert. Die Länge der ungarischen Flussufer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der internationalen Schifffahrt sowie die Basis des Umsatzes ist geschrumpft. Die staatliche Förderung gemäß dem Vertrag zwischen der MFTR und des ungarischen Staates hat aufgrund der Inflation seinen Wert verloren.
Die Gesellschaft hat versucht, sich an den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. 1926 schloss sich die Gesellschaft für die gemeinsame Abwicklung des Güterverkehrs auf der Donau und der Auftragsversorgung und für die gemeinsame Nutzung der Anlagen auf dem Festland und an den Ufer dem Abkommen zwischen der DDSG und der Süddeutschen Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft an, welchem sich 1927 auch die Bayerische Loyd Schifffahrts-Aktiengesellschaft angeschlossen hat. Die Rationalisierungsmaßnahmen konnten jedoch die verheerenden Auswirkungen der seit 1928 anhaltenden Weltwirtschaftskrise nicht ausgleichen. Aufgrund der Kriese ist die MFTR in eine immer schwierigere Finanzlage geraten.

1932 hat das Parlament – da erkannt wurde, dass die Pleite der für die Abwicklung des Güterverkehrs in der Schifffahrt die am besten geeignete Schifffahrtsgesellschaft, der MFTR, die nationalen Interessen gefährdet – der Gesellschaft eine bedeutende Staatshilfe gewährt. Durch die erneut durchgeführte Sanierung zwischen 1935 und 1936 wurden die MFTR-Aktien als Eigentum des Staates und der Ungarischen Eisenbahngesellschaft übertragen. Für die Modernisierung des Schiffparks wurde ein umfassendes Programm gestartet. In den 30-er Jahren wurde die Donauschifffahrt erneut belebt. Der gestiegene Transportbedarf hat die Modernisierung des Schiffparks und auch die Erhöhung der Zahl der Motorschlepper gefördert. Der Wirtschaftsaufschwung hat die Produktion der „Ganz”- Schiffswerft auch positiv beeinflusst. Der am 1938 fertiggestellte Schlepper „Széchenyi” mit 1200 Pferdestärken und der 1939 fertiggestellte Schlepper „Baross” waren die ersten Raddampfer in Europa, welche mit Dieselmotoren betrieben worden sind.
In dem ersten Abschnitt des zweiten Weltkrieges hat sich die Kriegsversorgung positiv auf den Umsatz der Schifffahrt ausgewirkt. Die Schiffe der MFTR haben zwischen 1918 und 1944 jährlich durchschnittlich 607 tausend Tonnen Güter und 2.353.000 Passagiere befördert. Die Gesellschaft verfügte 1944 über 38 dampfbetriebene und 11 mit Dieselmotoren betriebene Passagierschiffe sowie über 32 dampfbetriebene und 18 mit Dieselmotoren betriebene Frachtschiffe.

MSzHRT – Ungarisch-Sowjetische Schifffahrts-Aktiengesellschaft

Ab dem Frühling 1944, in dem das Kriegsgeschehen die Routen der Schifffahrt erreicht hat, hat auch die ungarische Schifffahrt schwere Verluste erlitten. Durch die in der Donau verstreuten Magnetminen wurde 200 Wasserfahrzeuge zerstört. Die sich zurückziehenden deutschen und ungarischen Einheiten haben den Großteil des Schiffparks nach Deutschland oder nach Österreich mitgenommen. Die verbliebenen Schiffe wurden entweder vernichtet oder zur Kriegsbeute erklärt.
1945 wurde die Schifffahrt durch die MFTR mit dem Fährverkehr neu gestartet. Die Gesellschaft hat begonnen, die gesunkenen Schiffe aus den Flüssen zu heben und die beschädigten Wasserfahrzeuge zu reparieren. Die nach Westeuropa geretteten Schiffe der Gesellschaft wurden nach dem Abschluss des Friedensvertrages 1946/47 wieder nach Ungarn gebracht, welche die Gesellschaft jedoch bis 1950 an die am 30. März 1946 gegründete Ungarisch-Sowjetische Schifffahrts-Aktiengesellschaft (MESZHART) übergeben musste. Der sowjetische Geschäftspartner hat die in dem Weltkrieg erbeutete Schiffe der MFTR in die gemeinsame Unternehmung eingebracht. Die MESZHART hat ihre Tätigkeit in erster Linie auf dem Gebiet des internationalen Güterverkehrs ausgeübt. Den Passagierverkehr hat die neue Gesellschaft bis 1950 mit der MFTR und danach mit der Balatoner Schifffahrtsgesellschaft durchgeführt. Die „Entwicklung” hat sich auf den Wiederaufbau der Wracks und auf den Umbau von einzelnen Passagierschiffen beschränkt.

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Ungarische Schifffahrts-Aktiengesellschaft (MHRT)

1948 wurde das Belgrader Abkommen über die Schifffahrtsordnung auf der Donau durch die sieben Donaustaaten unterzeichnet. Gemäß dem Abkommen hat das Donau-Komitee seine Arbeit aufgenommen, deren Sitz 1954 aus Galac nach Budapest verlegt wurde.
Ende 1954 hat die Sowjetunion ihre Beteiligung an der verlustbringenden ungarischen Schifffahrt beendet.
Am 01. Januar 1955 wurde die Ungarische Schifffahrts-Aktiengesellschaft gegründet. Das Unternehmen hat seine Tätigkeit am Anfang mit den übernommenen alten Schiffen ausgeübt, aber in den 50-er Jahren begann die Modernisierung des Schiffparks. Als Voraussetzung dafür wurde die Schiffswerft, darunter in erster Linie die Schiffswerft Balatonfüred und die Instandhaltungs- und Reparaturbetriebe der MAHART in Újpest und Tápé modernisiert und ausgebaut.
Im Rahmen der Umstellung auf den Dieselantrieb wurden die Schraubendampfer umgerüstet und die Raddampfer ausgemustert. Danach wurden die neuen 800, 1200 und sogar 1600 PS starken Motorschlepper gebaut. Parallel zu der Modernisierung der Schlepper wurde auch die Modernisierung der Kähne durchgeführt. Die kleineren Passagierschiffe wurden auch umgebaut. Von den 400-Tonnen-Kähnen mit dem „Z”-Antrieb, welcher die selbständige Bewegung ermöglicht, wurden zwischen 1962 und 1968 33 Stück gebaut.
Aufgrund der Ausmusterungswelle in den 60-er Jahren sind die klassischen Raddampfer verschwunden. Die „Perlen der Donau” sind auf dem Schiffsfriedhof gelandet. (Die folgenden Schiffe sind umgebaut erhalten geblieben: "Kossuth", als Museumsschiff, „Petõfi” wartet auf die Rekonstruktion). Die ersten neuen motorbetriebenen Passagierschiffe waren die in der Vácer Schiffswerft 1956 gebauten „Wasserbusse”, danach wurden die Ausflugsschiffe für 600 Passagiere in dem Újpester Dock als eigene Entwicklung von MAHART fertiggestellt. (1964 „Rákóczi” und „Táncsics”, 1966 „Hunyadi”).
Die 1962 zwischen Budapest und Wien eröffnete Verkehrsverbindung mit einem Tragflügelboot war eine echte Sehenswürdigkeit.
Die Schiffe der Gesellschaft haben zwischen 1945 und 1995 jährlich durchschnittlich 3 Millionen Passagiere und 2 Millionen Tonnen Güter befördert. Der Schiffspark bestand 1995 aus 58 Passagierschiffen, 54 Frachtschiffe für die Binnenschifffahrt und 6 für die Seeschifffahrt sowie 144 Kähnen (bzw. Barken) und aus 9 Tankern.

Die MAHART hat den Interessen der ungarischen Wirtschaft seit ihrer Gründung erfolgreich gedient. Ihre Geschichte spiegelt die in dem vergangenen Jahrhundert vollzogene dramatische Schicksalsänderung unseres Landes wider. Von Zeit zu Zeit hat die Gesellschaft schwere Rückschläge erlitten, sie war jedoch immer in der Lage weiter zu bestehen. Durch die seit den 80-er Jahren immer ungünstigere Wirtschaftslage, die Beendigung der ungarischen Schiffsproduktion, die die Donauschifffahrt behindernden Konflikte, die Ausgrenzung der traditionellen Außenhandelsbeziehungen und die Beendigung der Rolle des Staates wurde das nationale Schifffahrtswesen in eine Krisensituation gestürzt. Die Lösung unserer Probleme wäre in der Erkennung der dominanten Tendenzen in der europäischen Schifffahrt und in der entsprechenden staatlichen Verkehrspolitik zu suchen gewesen. Nach der politischen Wende funktionierte die MAHART als eine Art Holdinggesellschaft, im Rahmen dieser Holding wurden die verschiedenen Tätigkeiten von selbständigen Betriebseinheiten sowie GmbH-s durchgeführt.
2003 wurde der Freihafen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und die Seeschifffahrt wurde endgültig eingestellt.
2004 wurde die MAHART-Duna Cargo GmbH, welche den Güterverkehr in der Binnenschifffahrt abgewickelt hat, privatisiert (die aktuelle Firmenbezeichnung lautet DDSG Duna-Cargo).

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MAHART PassNave Passagierschifffahrts GmbH.

Die MAHART PassNave Passagierschifffahrts GmbH wurde am 01. Januar 1994 gegründet, welche zur Gründung zu 100% Eigentum der MAHART Ungarischen Schifffahrts- Aktiengesellschaft war. Nach der Privatisierung wurde die Gesellschaft zu 84% Eigentum der MASPED AG, zu 10% der MM-Betreiber- und Beratungs GmbH und zu 6% der Arbeitnehmertreuhand GmbH.

Die aus 19 Schiffen und 10 Tragflügelbooten bestehende Flotte der MAHART PassNave befördert jährlich durchschnittlich 400 tausend Passagiere.

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Fahrgastzahlen 2004-2010

blau = fahrplanmäßige Ausflugsfahrten,
orange = Themenfahrten in Budapest,
helblau = Tragflügelbootfahrten in Ungarn,
grau = Charter Tragflügelboote,
helgrün = Rundfahrten in Budapest,
rot = Tragflügelbootfahrten Wien-Budapest,
dunkel orange = Themenfahrten mit Tragflügelbooten,
grün = Charterfahrten (Ausflugsschiffe und Events)

Budapest den 1. Juni 2011.

István Kautz jr.
Geschäftsführer
Handels- und Marketing Direktor










 
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